Söder fordert Kiff-Verbot für Bayerischen Landtag

Wie schmal der Grat zwischen Bierseeligkeit und Cannabiskritik in Bayern sein kann, zeigt sich aktuell in einer neuen Episode am Bayerischen Landtag. Grüne Wellen schlagen hoch, und mittendrin: ein Joint, ein Grünen-Politiker und eine hitzige Diskussion, die den Freistaat erfasst hat.

Grünen-Landtagsabgeordneter raucht Joint am Landtag

Toni Schuberl, ein Landtagsabgeordneter der Grünen aus Passau, hat vergangene Woche für Aufsehen gesorgt. Mit der Ankündigung, auf dem Gelände des Maximilianeums einen Joint zu rauchen – und der tatsächlichen Umsetzung dieses Vorhabens – hat er nicht nur für Rauchzeichen gesorgt, sondern auch eine hitzige Debatte entfacht. Auf Facebook ließ er die Welt wissen: „Natürlich ziehe ich durch, was ich ankündige!“ Das nennen wir mal ein starkes Statement, auch wenn nicht jeder in den Genuss der Grünen-Wolke kommen möchte.

Reaktionen auf den Vorstoß

Das Ganze kam nicht bei allen gut an. Während einige sicherlich insgeheim darüber schmunzeln, findet es Martin Behringer, ein Abgeordneter der Freien Wähler aus Niederbayern, weniger lustig. „Sorry Toni, dein Verhalten ist nur kindisch und peinlich.“ So kommentierte er auf Facebook und ließ uns alle teilhaben an der Entrüstung, die in politischen Kreisen wohl ähnlich stark brodelt wie die Maß auf dem Oktoberfest.

Regelungen im Landtag

Interessanterweise ist das Rauchen im Freien, in den Außenbereichen der Landtagsgastronomie und in den Privatappartements der Abgeordneten bisher noch erlaubt. Doch Söders Regierung, treu ihrer Linie, plant bereits, das Rauchen von Joints in der Außengastronomie zu verbieten. Im Klartext: Die Frage nach einer eigenen Landtagsregelung könnte sich bald erübrigen. Und was die Privatgemächer angeht, so sind weitere Beschränkungen nicht in Sicht – diese werden wie Mietwohnungen behandelt, wo man ja bekanntlich (noch) tun und lassen kann, was man möchte.

Meinungsfreiheit oder Regelbruch?

Es ist ein Tanz auf dem Vulkan, eine Gratwanderung zwischen Recht und Rebellion. Doch was sagt das über die bayerische Politik und deren Umgang mit der neuen Cannabis-Freiheit? Ist Bayerns Gras-Politik in Stein gemeißelt oder eher in weichem Moos gebettet?

Quelle: Telekom


Zwischen Tradition und Toleranz

Wie es auch sei, Bayern und sein Umgang mit Cannabis sorgen weiterhin für Unterhaltung – und auch ein wenig Kopfschütteln. Während der eine sich für die Liberalisierung stark macht, möchte der andere lieber beim altbekannten „Hopfen und Malz“ bleiben. Bayern bleibt also, wie immer, sich selbst treu: traditionsbewusst, stur, aber auch irgendwie liebenswert eigen.

Und so schließt sich der Kreis zu unserem eingangs erwähnten Markus Söder, der sich als unerschütterlicher Fels in der Brandung der Cannabis-Legalität präsentiert. Wir dürfen gespannt sein, welche Blüten diese Diskussion noch treibt. Oder um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: Vielleicht sollten wir alle mal tief durchatmen – ob mit oder ohne Joint, das sei dahingestellt.